Im Jubiläumsjahr ihres 60-jährigen Bestehens brachte die IFAT München 2026 rund 3,400 Aussteller und etwa 142,000 Besucher aus der globalen Umwelttechnologiebranche zusammen. Seit 1966 ist die IFAT einer der zentralen Treffpunkte für Unternehmen aus den Bereichen Wasser, Recycling und Kreislaufwirtschaft. Die diesjährige Veranstaltung spiegelte die wachsende Dringlichkeit der industriellen Abwasserbehandlung, -wiederverwendung und -rückgewinnung wider. Auf fast 300,000 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentierten Unternehmen aus rund 60 Ländern Technologien zur Bewältigung immer komplexerer ökologischer und betrieblicher Herausforderungen. 

 

ifat München 2026 zwittercoBei meinen Rundgängen durch die Hallen in diesem Jahr tauchte in Gesprächen mit Betreibern, Integratoren, OEMs und Ingenieurbüros immer wieder ein Thema auf: Industrielle Abwasserströme werden immer schwieriger zu handhaben, während die Anforderungen an die Einleitung immer strenger werden. 

Am Stand von ZwitterCo drehten sich viele Gespräche um die praktischen Herausforderungen, mit denen Anlagenbetreiber täglich konfrontiert sind. Deponiesickerwassersysteme kämpfen mit anhaltender Verschmutzung. Biogasanlagen versuchen, Transport- und Lagerkosten zu senken. Lebensmittel- und Getränkehersteller müssen mit stark schwankender Abwasserzusammensetzung umgehen. Anlagenbetreiber suchen nach Möglichkeiten zur Wiederverwendung, ohne dabei die betriebliche Komplexität zu erhöhen. 

 

Eine Live-Demonstration des ZwitterCo SF Suitcase-Systems erwies sich als nützlicher Ausgangspunkt für viele dieser Gespräche. Anstatt die Abwasserbehandlung abstrakt zu diskutieren, konnten die Besucher ein kompaktes Filtrationssystem in Echtzeit in Betrieb beobachten und über konkrete Anwendungsbeispiele aus der Praxis sprechen. 

Was die ganze Woche über besonders auffiel, war die branchenübergreifende Ähnlichkeit vieler operativer Probleme. Obwohl sich die Abwasserchemie und das Foulingverhalten je nach Anwendung deutlich unterscheiden, kämpfen viele Anlagen dennoch mit denselben grundlegenden Herausforderungen: 

  • Membranverschmutzung führt zu übermäßiger Reinigungsfrequenz  
  • Höherer Chemikalienverbrauch und höhere Betriebskosten  
  • Schwankungen in den Zufuhrströmen führen zu einem instabilen Betrieb  
  • Druck zur Verbesserung der Abwasserqualität oder zur Ermöglichung der Wiederverwendung  
  • Begrenzter Platz für zusätzliche Vorbehandlungsinfrastruktur  

Sickerwasser aus Deponien blieb ein zentrales Thema der Messe. Die Diskussionen während der Veranstaltung unterstrichen den zunehmenden Regulierungsdruck in Bezug auf PFAS, Ammoniak und die allgemeine Abwasserqualität. Zudem wuchs das Interesse an langfristigen Behandlungsstrategien, da die Betreiber die Transportkosten und Entsorgungsgrenzen neu bewerten. 

Die Behandlung von Gärresten stieß ebenfalls auf großes Interesse. Biogas- und anaerobe Vergärungsprojekte werden zwar weiter ausgebaut, doch die Behandlung flüssiger Gärreste stellt nach wie vor eine der größten betrieblichen und wirtschaftlichen Herausforderungen für die Anlagen dar. Die Gespräche konzentrierten sich häufig auf die Konzentration, das Nährstoffmanagement und die Reduzierung der Flüssigkeitsmengen vor Lagerung, Entsorgung oder nachgelagerter Aufbereitung. 

Auch das Interesse an der Abwasserwiederverwendung war groß, insbesondere bei Lebensmittel- und Getränkeherstellern sowie Industrieunternehmen. In vielen Fällen betrachten Betriebe die Wiederverwendung nicht mehr ausschließlich als Nachhaltigkeitsmaßnahme. Wasserknappheit, Einleitungsbeschränkungen und Betriebskosten machen Wiederverwendungsprojekte zunehmend wirtschaftlich notwendig. 

Ein weiterer Höhepunkt der Woche war die Präsentation von ZwitterCo-Membranen am Esmil-Stand neben Brauereiabwasserproben. Veranschaulicht wurden Zulauf-, Permeat- und Konzentratströme in verschiedenen Aufbereitungsstufen. Die Ausstellung bot Besuchern, die sich für Trennleistung, Konzentratströme und Abwasserreinigung interessierten, reichlich Gesprächsstoff. Sie verdeutlichte zudem, wie kooperativ die industrielle Wasserwirtschaft auf Veranstaltungen wie der IFAT sein kann, wo Technologieanbieter, Systemintegratoren und Betreiber häufig gemeinsam technische Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven angehen. 

ifat esmil display

Über die technologischen Diskussionen hinaus ist IFAT weiterhin wertvoll, weil es Menschen zusammenbringt, die mit realen betrieblichen Einschränkungen konfrontiert sind. Viele der produktivsten Gespräche drehten sich nicht um Idealszenarien oder Zukunftskonzepte. Vielmehr ging es um Einrichtungen, die ihre Systeme am Laufen halten, den Wartungsaufwand reduzieren, Genehmigungsauflagen erfüllen und die Zuverlässigkeit ihrer bestehenden Infrastruktur verbessern wollen. 

Dieser Praxisbezug prägte einen Großteil der IFAT München 2026. Die Branche strebt nach robusteren Abwasserbehandlungsstrategien, doch die Betreiber suchen weiterhin nach Lösungen, die sich in reale Anlagen mit ihren jeweiligen betrieblichen Einschränkungen integrieren lassen. Die Gespräche der gesamten Woche spiegelten diesen Wandel deutlich wider. 


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